Medizinischer Einsatz von Stammzellen

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Medizin setzt große Hoffnung in die Entwicklung neuer Therapieverfahren mit Adulten Stammzellen. Der menschlichen Körper besteht aus Milliarden von Zellen. Er befindet sich in einem ständigen Auf- und Abbau und muss tagtäglich ständig neue Gewebezellen produzieren. Dies ist Aufgabe der so genannten Stammzellen. Das sind Zellen, die eine hohe Teilungsrate aufweisen und sich immer wieder in ganz bestimmte Zelltypen verwandeln können.

Dabei unterscheidet man zwischen embryonalen Stammzellen und adulten Stammzellen. Die embryonalen Stammzellen besitzen von allen die größten Differenzierungsmöglichkeiten; eine embryonale Stammzelle kann sich praktischen in jede Form von Gewebezelle differenzieren. Adulte Stammzellen büßen zwar eine Teil dieser extrem hohen Differenzierungsmöglichkeit ein, besitzen aber immer noch ein enormes Potential.

Seit einiger Zeit ist die Medizin nun in der Lage Stammzellen für therapeutische Zwecke zu nutzten und das bei Erkrankungen, die bisher oft schwierig zu therapieren waren. Die bekannteste dieser Therapieformen ist die Knochenmarkstransplantation bei bestimmten Krebsarten. De facto handelt es sich dabei um eine Stammzellentransplantation.

Aber auch bei anderen Erkrankungen, z.B. bestimmten Herz-Kreislauferkrankungen, rheumatischen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen etc. gibt es hoffnungsvolle Entwicklungen in der Therapie durch den Einsatz von Stammzellen.

Allerdings muss man sagen, dass diese Entwicklungen sich noch immer im Anfangsstadium befinden und noch lange nicht zu Standarttherapien geworden sind.

In Deutschland gibt es eine sehr strenge Gesetzgebung, die die Forschung mit den embryonalen Stammzellen stark reglementiert. Aus ethischen Gründen ist dies auch völlig gerechtfertigt und hat dazu geführt, dass heute vorwiegend mit adulten Stammzellen geforscht und therapiert wird. Denn dieser Bereich der Stammzellenforschung ist ethisch unumstritten und erscheint für die nächsten Jahre als der weitaus viel versprechendere Ansatz.

Eine besondere Rolle spielen hier die Stammzellen, die aus dem Nabelschnurblut von Neugeborenen gewonnen werden können. Denn im Nabelschnurblut befindet sich eine besonders hohe Anazahl besonders teilungs- und differenzierungsfähiger Stammzellen, die zwar bereist zu den adulten Stammzellen gehören, aber noch viel von den Fähigkeiten embryonale Stammzellen besitzen. Hinzu kommt, dass diese Stammzellen völlig risiko- und schmerzfrei gewonnen werden können. Und diese Zellen können nach entsprechender labortechnischer Aufbereitung für viele Jahre ja sogar Jahrzehnte in einer speziellen Art von Blutbank eingelagert werden und jederzeit wieder aktiviert werden, ohne ihre Fähigkeiten einzubüßen.

Hier bietet sich also gerade werdenden Eltern eine ganz besondere Möglichkeit, für die Gesundheit ihres Kindes eine ideale Vorsorge zu treffen. Lassen sie das Nabelschnurblut ihres Neugeborenen in einer solchen privaten Blutbank einlagern, so stehen im Ernstfall einer Erkrankung hier Stammzellen zur Verfügung, die in jedem Falle passen, denn Spender und Empfänger sind ja identisch, es kann also zu keinen Abstoßungsreaktionen kommen. Und es entfällt die oft langwierige Suche nach einem geeigneten Spender.

Bei den öffentlichen Blutbanken ist eine solche Einlagerung ebenfalls möglich, allerdings stehen hier die Zellen nicht nur dem eigenen Kind zu Verfügung, sondern jedem Patienten, dessen Gewebefaktoren kompatibel sind. Beide Möglichkeiten haben ihre jeweiligen Vor- und Nachteile, aber in jedem Fall ist es sinnvoll, das Nabelschnurblut als wertvollen Zelllieferant zu erkennen und aufzubewahren, statt es ungenutzt zu entsorgen.

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