Chronik der Loveparade Katastrophe

In Duisburg fand am 24.07.2010 die wohl letzte Loveparade statt. Der Love-Parade-Geschäftsführer Schaller erwartet Besucher im Millionenbereich, das Gelände war allerdings nach offiziellen Angaben für nur 500.000 Menschen ausgelegt. Dementsprechend brisant entwickelte sich die Lage mit weit über zwei Million Feiernden.
Der offizielle Beginn der Loveparade war um 14 Uhr. Vier Stunden lang sollten 16 Wagen, mit laustarker Musik und brummenden Bässen um die Tribünen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs ziehen. Das Ruhrgebiet wollte die Love-Parade als Werbung nutzen.
Dass es eng ist macht den Meisten nichts aus, denn Enge gehört zum Massenevent dazu, auch außerhalb des Geländes tanzten Zehntausende in der Innenstadt. Die Bundespolizei ist mit über 1200 zusätzlichen Polizeibeamten im Einsatz, um den Besuchern einen sicheren Weg vom Bahnhof zum Partygelände zu ermöglichen. Eine Stunde nach Beginn der Party, strömen immer mehr Menschen zum Gelände der Loveparade 2010. Der Alkohol fließt in Strömen.
Schon um 15 Uhr mussten1433 Helfer und 59 Notärzte an 30 Hilfestationen einige Besucher der Loveparade behandeln, darunter vor allem Schnittwunden.
Um etwa 16 Uhr reizt sich die Stimmung auf dem Gelände immer mehr und es ist jetzt schon zu voll. Doch es rücken immer mehr Besucher an. Kritikpunkt hierbei ist, dass Besucher in umliegenden Orten aussteigen müssen und mit Bussen zum Gelände gebracht werden. Grund hierfür ist die Sperrung des Hauptbahnhofs. Der Bahnhof ist selbst für Zurückfahrende Besucher gesperrt.
Dann wird das Veranstaltungsgelände schließlich um16.45 Uhr wegen Überfüllung geschlossen. 500.000 Menschen stehen vor dem Einlass und können weder rein, noch raus. Inoffizielle Schätzungen gehen von zwei Millionen und nicht von 500.000 Besuchern aus. Über Lautsprecher gibt die Polizei Hinweise an die Teilnehmer und bittet sie zurück in Richtung Hauptbahnhof zu gehen. Der Tunnel in der Karl-Lehr-Straße, der sich vor dem Eingangsbereich des Veranstaltungsgeländes befindet, ist zu diesem Zeitpunkt einziger Zugang zum Gelände. Doch Niemand ahnt, dass das Gelände hinter dem Tunnel abgesperrt ist.
Nach Berichten von Augenzeugen warnten diese die Polizei vor der Gefahr, die allerdings nichts unternahm. Um 16.57 Uhr greift die Polizei dann schließlich durch, denn ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich der Tunnel vor dem Partygelände zum Brennpunkt. Denn die Einen versuchten zur Abschlusskundgebung auf das Gelände zu gelangen und Andere drückten in Richtung Bahnhof. Es ging weder vor noch zurück. Die, die im Tunnel feststecken, ging der Sauerstoff langsam aus. Der Tunnel ließ keine Fluchträume zu und ließ Panik entstehen. Menschen versuchten sich dem Weg nach draußen zu bahnen, wer hinfällt, wurde überrannt.
Um 18.00 Uhr leert sich der Tunnel nach Angaben von Augenzeugen immer noch nur sehr langsam. Viele Rettungssanitäter sind im Einsatz und reanimieren Bewusstlose, in manchen Fällen können sie allerdings nur noch den Tod feststellen. Immer wieder starten Rettungshubschrauber, während Hunderttausende Menschen weiter auf dem Gelände tanzen. Denn die Feiernden bekommen zunächst nichts über das Unglück mit und werden auch nicht informiert.
Ab18.10 Uhr erfahren dann einige Feiernde per SMS von dem Unglück. Das Handynetz war teilweise überlastet. Die Teilnehmer werden nach 18 Uhr über Lautsprecher gebeten nach Hause zu gehen, trotzdem geht die Musik weiter.
Um 03:31 Uhr ist die Zahl der Todesopfer nach der Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg weiter gestiegen. Meldungen verlauten 19 Menschen seien gestorben und Insgesamt gab es 342 Verletzte.

Both comments and pings are currently closed.

Comments are closed.