Nachdem sich die Wogen nach der Finanzkrise geglättet haben, testete Finanztest zahlreiche Banken und Kreditinstitute auf Service und Beratung für Finanzprodukte. Speziell dem Laien unbekannte oder schwer zu durchschauende Anlageformen wie CFDs oder ähnliche Wertpapiere machten in den vergangenen Monaten seit 2008 die Runde. Nun sollte man meinen, dass die Banken und ihre Berater aus dem Desaster gelernt haben sollten. Doch weit gefehlt! Das Beratungsprotokoll, das seit Anfang 2010 für jede Bank Pflicht ist und den Kunden einen gewissen Schutz bieten soll wurde beispielsweise in über 120 von knapp 150 Beratungsgesprächen weder geführt noch ausgehändigt, sodass eine Fehlberatung im Nachhinein für den Bankkunden unmöglich ist. Dies ist umso erstaunlicher, da das Nicht-Führen eines Beratungsprotokolls gegen geltendes Recht verstößt. Auch sind die Berater per Gesetz verpflichtet den Kunden nach ihren finanziellen Möglichkeiten und ihren Wünschen zu befragen (Bsp.: Welches Ziel verfolgt der Kunde mit der Anlage). Auch dies wurde von den meisten Kreditanstalten missachtet, was wiederum einen Gesetzesverstoß darstellt.
Bei dem Test wollte der Testkunde einen Betrag von 35.000.- Euro anlegen und war bereit gewisse Risiken einzugehen. Die Prämisse war jedoch, dass im schlimmsten Falle die Einlage nicht verloren gehen durfte. Auch hier zeigte sich im Test, dass der Großteil der Anlageberater ihren Job mehr schlecht als recht machte. Insgesamt über die Hälfte der Berater ging auf diesen Wunsch kaum oder schlecht ein.
Fazit: Besonders erschreckend ist die Tatsache nach der Banken- und Finanzkrise von 2008/2009, dass anscheinend die hauptverantwortlichen wenig bis nichts dazugelernt haben. Keine einzige Bank erhielt die Testnote „Sehr gut“ und bestes Ergebnis war ein „Befriedigend“ (3,1).

August 19th, 2010
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